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Was mich unglücklich macht

Ich habe mich lange gefragt, was genau mich unglücklich macht. Und umso mehr ich nachdenke, desto länger wird diese Liste. Eine Liste, die gefühlt kein Ende nimmt. Ich finde aber, ich sollte wenigstens einmal damit anfangen, mir mein Leid von der Seele zu schreiben. Egal wie noch so klein mir die einzelnen Punkte vielleicht vorkommen mögen.

Ich persönlich fand es immer sehr wichtig, offen und ehrlich mit meinen Problemen und mit mir umzugehen. Ich habe nichts davon, wenn ich mich groß hinter einer Fassade verstecke. Der Punkt ist einfach, mein Leben ist so und ich habe nur eine Chance damit fertig zu werden, wenn ich es mir bewusst mache.

Mein Zuhause

Ich wohne hier mitten auf dem Land. Eigentlich mag ich es hier. Es ist ruhig. Wir haben unser eigenes Haus. Jedoch merke ich mir jedes Mal an, wenn ich hier bin, dass mich irgendetwas bedrückt. Als wäre da ein unsichtbarer Schleier um mich herum. Ich bin hier leider oft und viel alleine. Belastend oft alleine. Und wenn ich ehrlich zu mir selber bin, habe ich dieses Haus, diesen Wohnort so satt. Ich würde gern mehr von der Welt sehen. Einige Jahre einfach mal wo anders sein.

Keine Freunde

Ich will gar nicht mal sagen, dass ich gar keine Freunde habe. Freunde habe ich. Jedoch wohnen die meist wenigstens eine Stunde mit dem Auto weg. Mal eben so schnell da hin ist dementsprechend nur schwierig möglich. Also verbringe ich viel meiner Zeit allein. Da ich hier einfach niemanden kenne und ich es einfach nicht schaffe, hier Freundschaften aufzubauen, weil sie hier leider oft nur einseitig sind. Ich also immer derjenige bin, der sich kümmern muss. Sich meldet, Dinge plant usw. Und das ist auf Dauer leider sehr belastend. Da leider oft auch einfach nichts zurück kommt. Ich habe für mich entschieden, dass ich das auch nicht mehr will und kann. Einseitige Freundschaften sind so unendlich frustrierend, da man sich immer fragt, was man falsch gemacht hat. Wieso redet derjenige nicht mit einen?

Keine Liebe

Ich weiß, man soll sich nicht zu sehr anhand anderer definieren. Nur leider ist mein Liebesleben, und da bin ich völlig ehrlich zu mir, ein Thema was mich sehr belastet. Es will einfach nicht so funktionieren, wie ich mir das wünsche. Vielleicht wäre es einfach besser, wenn ich mir angewöhnen würde, das Thema Liebe für nicht so wichtig zu erachten. Ich wäre nur gern einmal in meinem Leben wirklich glücklich verliebt. Denn wenn ich so an meine Liebesgeschichten zurückdenke, sind diese allesamt sehr frustrierend. Meine erste Beziehung begann damit, dass ich nur interessant war, weil sie die Person, die sie eigentlich haben wollte, nicht haben konnte. Was passierte, als diese dann doch Interesse zeigte, könnt ihr euch sicherlich denken. Und meine letzte endete darin, dass ich nach Monaten festgestellt habe, dass ich für sie eigentlich nur ein Mittel zum Zweck war. Ich habe ihr noch geholfen, bei ihren Vater rauszukommen.

Ich habe sie bei mir aufgenommen. Nur um dann festzustellen, dass sie sich wohl nie für mich interessiert hat.

Und zwischen diesen zwei Beziehungen liegen fünf Jahre. Sicherlich gab’s da zwischen den ein oder anderen Versuch… Die leider nicht sonderlich gut verliefen. Ich habe Angst davor, wieder Jahre lang alleine zu sein. Ich will das nicht. Ich kann das nicht.

Ich opfere viel für einen Menschen. Es ist in gewisser weise ein Hobby für mich, mich um andere zukümmern. Ich brauche kein großes Danke für das, was ich tue. Mir reicht es eigentlich schon, die Person lächeln zu sehen. Nur tut es so unendlich weh, wenn du selbst immer weiter absinkst. Immer weiter innerlich kaputt gehst und niemand da ist, der das aufhalten mag.

Stress durch die Schule und das Studium

Wenn mich eine Sache belastet, dann dieser ewig währende Leistungsdruck. Erst in der Schule, in der es galt immer der beste zu sein, da man sonst einen Hacken an die eigenen Träume machen konnte und jetzt im Studium. Wo ich das ganze in grün durchlebe. Manchmal frage ich mich, wieso ich mich überhaupt auf ein Studium eingelassen habe. Viel vernünftiger wäre es vielleicht gewesen, ein oder zwei Jahre Abstand von allen zu nehmen. Und dann gestärkt neu anzufangen.

Stress mit meiner Mutter

Diese Frau ist mir wichtig. Sehr wichtig sogar. Nur manchmal geht sie mir so unendlich auf die Nerven. Vielleicht liegt es daran, dass mir hier sowieso die Decke auf den Kopf fällt. Ich will nur einfach über mein Leben bestimmen können, ohne dafür kritisiert zu werden. Ich will manchmal einfach nur die Tür zu machen und nichts und niemanden sehen. Einfach mal alleine sein, weil ich es will. Tun und lassen zu können, was ich will.

Versteht mich nicht falsch, ich habe viele Freiheiten. Sehr viele sogar. Mehr als so mancher, der noch zu Hause lebt. Nur manchmal reicht mir das einfach nicht. Ich weiß sehr genau, was ich eigentlich will. Noch besser weiß ich, was ich nicht will. Ich muss nur endlich die Kraft finden, das auch so umzusetzen. Und nicht jedes Mal damit zu kuschen, dass das ja sowieso nichts wird.

Geld

Oh Geld. Was würden wir nur ohne dich tun? Die Antwort wird relativ kurz ausfallen: Nichts. Es gibt wohl kaum eine Sache, die mich mehr beschäftigt, als die Frage danach, ob ich mir das leisten kann oder wie ich mit meinem Geld über den Monat kommen soll. Die Angst davor, es finanziell nicht zu schaffen ist auch die, die mich immer noch zu Hause hält. Die mich in einem Zustand hält, der für mich eigentlich unerträglich ist.

Ich habe was Geld angeht eine sehr schlimme Zeit hinter mir. Eine Zeit, in der man nicht wusste, wie wir die Rechnungen bezahlen und auch noch was zu essen kaufen sollen. In einer Zeit, in der es finanziell undenkbar war, eine Woche zur Gamescom nach Köln zu fahren oder jeden Tag nach Erfurt, um bei der MAG zu helfen. Ganz einfach, weil es mein Wunsch war, zu helfen. Ich habe innerlich so viel Angst davor, wieder in diese Zeit zu fallen. Besonders, wenn ich wirklich alleine wohne und niemand anderes da ist.

Published inMein Leben

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